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Urlaubstörn Korfu 2015

Segeltörn Korfu 03.10. bis 17.10.2015

Segelyacht Mooring 41.3 (Oceanis 41) gechartert über Master-Yachting, Sommerhausen

Besatzung: Skipper Micha Kempf,

Songül und Sabine. (beide das erste Mal auf einem Segeltörn dabei)

 

Meine beiden Greenhoorns

Gedanken vor dem Törn: Was wird uns erwarten, Griechenland in der Finanzkrise, Flüchtlinge aus Albanien, ist ja an der dichtesten Stelle nur 5 nm entfernt, können wir Geld am Automaten abheben? und und und… Fragen über Fragen.

 

Schon das Crewtreffen beim ersten Kennenlernen, übrigens beim Griechen in Darmstadt, versprach dass dies ein super Törn wird. Sabine und Songül verstanden sich von Anfang an gut und wir hatten an dem Abend schon einiges zu lachen. Obligatorisch kriegt die Crew Infos wie Packliste als Empfehlung, Infos zur Anreise und zum ungefähren Ablauf der Reise. Alles ist gut vorbereitet, wie immer.

 

Wir kamen auf Korfu am 03.10. sehr spät aus Frankfurt an. Unsere Maschine landete erst gegen 20.30 h Ortszeit und bis wir Gepäck und Taxi hatten, war es weit nach 21 Uhr. Klappte aber alles prima. Die Yacht in der Marina Gouvia war offen, es brannte Licht und so konnten wir zügig unser Gepäck verstauen. Der, für mein lädiertes Knie, doch recht lange Spaziergang zum nächsten, oder einzigen Restaurant in der großen Marina hat sich gelohnt. Das leckere Essen, der Wein und nicht zuletzt der Ouzo hauchten unseren ausgezehrten Körpern wieder etwas Leben ein. Doch ein Ouzo war glaube ich zu viel. Na ja, kommt vor.

Das erste mal mit Flossen und Brille - Spaß pur

 

04.10.

Nach einer mehr oder weniger ausführlichen Übergabe der Yacht und einer ersten Grundversorgung im Laden der Marina wollten wir heute noch los. Wer allerdings Zeit hat, sollte den Marina-Supermarkt eher meiden. Teilweise 30 Prozent überteuerte Waren, nicht frisch und nicht gut sortiert. Hätt ich ja wissen müssen, aber man lernt doch nie ganz aus.

Gegen 14 Uhr, nachdem alles verstaut war, legten wir ab und ich war gespannt, wie meine beiden Segelneulinge ihre erste Fahrt auf dem Meer wegstecken. Mit Segelwind war nicht viel, höchstens 4 Knoten und dann noch aus einer unmöglichen Richtung. Wollte den beiden ja auch nicht gleich am ersten Tag 25 Meilen aufzwängen. Und so fuhren wir unter Maschine 12.4 nm in die Bucht Stephanou. Wie zu erwarten: glasklares Wasser, wir steckten auf 4 Meter Wassertiefe 25 Meter Kette und lagen wie in Abrahams Schoß. Mit dem Dinghi an Land und dann erstmal in die Taverne. Die Empfehlung des Hauses: Lammhaxe aus dem Steinofen war perfekt. Die Menschen dort im Restaurant sehr freundlich und zuvorkommend. Von Krise keine Spur (aber es sollte noch besser kommen).


 

05.10.

Nach ausgiebigem Frühstück und einem kurzen Bad im durchaus warmen Wasser der Bucht, konnten wir heute etwas segeln, der Wind kam raumschots mit ca. 7 – 8 Knoten und um meine Ladys sanft auf die Segelei einzustimmen holten wir nur das Vorsegel raus und schafften mit bauchiger Genua immerhin 5 Knoten im Schnitt. Gegen 17 Uhr kamen wir auf der winzigen Insel Sivota an, in der kleinen Bucht lagen schon 3 Schiffe, die sich aber noch vor dem Abendessen davon machten, sodass wir diese schöne Bucht über Nacht für uns alleine hatten. Ein schöner Abend mit leckerer Bordküche ging fröhlich zu Ende. Meine beiden Mitseglerinnen sind der Kracher. Ich hab lange nicht so gelacht, wie mit den beiden. Alles im Griff.

 

06.10.

aus guten Zeiten

Heute steht Gajos auf dem Programm. Dieses nette Städtchen auf Paxos mit seinem mediterranen Scharm bietet uns für morgen etwas Schutz, denn es sind Gewitter mit unvorhersehbaren Böen angekündigt. Also Hafentag. Einkaufen, relaxen, besichtigen und shoppen. So soll der Plan für morgen sein. Beim Einlaufen nach 13,2 nm habe ich etwas Schwierigkeiten da der Weg zwischen Ankerfall und Steg nicht gerade üppig bemessen ist. Ich schätze höchstens 2,5 Bootslängen und der Seitenwind mit 13 Knoten ist auch nicht von schlechten Eltern. Aber alles geht gut. Alles? Nein. Ich habe das Dinghi wegen Platzmangel auf Deck seitlich am Boot festgebunden und so dient es auch als sanfter Puffer beim rückwärts anlegen zwischen unserem Schiff und einem schon am Kai liegenden Kat. Ich kann den „Schub“ kaum wahrnehmen, aber mein Kat-Nachbar wohl schon. Kommt aus seinem Keller und schimpft wie ein Berserker: Ich hätte ihn an die Kaimauer gedrückt. Ich denk lass ihn schimpfen und kümmere mich erst mal um mein Boot, da die beiden Mitseglerinnen ja noch nie angelegt haben. Nach gefühlten 7 – 10 Minuten liegen wir sicher. Der Anker hält, die Kette spannt und die Heckleinen sind fest. Jetzt geh ich zum Kat Nachbar rüber und will mich erkundigen, was sein Problem ist und möchte mich entschuldigen bei ihm. Ich beschreibe jetzt nicht das Gespräch zwischen ihm und mir, aber nur so viel: Ich dachte immer alle Segler wären gelassene, friedfertige und sozialkompetente Menschen. Weit gefehlt. Übrigens ist gar nix passiert an dem Doppelrumpf, außer dass der Skipper nen roten Kopf vor lauter Zorn hat. Wohl eher auf sich selbst, weil er seinen Anker nicht richtig durchgesetzt hat. Depp! Aber die Eltern von ihm sind sehr nett. Wenigstens etwas.

 

07. 10.

Hafentag wie geplant. Und immer wieder ziehen am Nachmittag heftige Gewitter über uns hinweg mit Böen um die 45 Knoten. Saubere Entscheidung, hier zu bleiben. Nachbar ist auch noch da ;-) aber man sieht ihn nicht so oft. Vielleicht ist er zum Lachen in seinen Keller gegangen. 


 

Der Holländer auf unserer anderen Seite ist die Krönung, bewegt sich wie in Trance, Hose auf Halbmast, das Hemd halb drinnen, halb draußen, Zigarre im Mundwinkel und die Bewegungen erinnern eher an einen Rastaman aus Jamaica. Was der geraucht hat, will ich auch. Seiner Frau ist das Outfit eher peinlich und sie entschuldigt sich bei uns für sein Aussehen. ??? Wir finden ihn super sympathisch, was sich im Gespräch durchaus bestätigt. Der Mann hat die Ruhe weg. Sail fast live  slow scheint die Devise zu sein. Jede Zeitlupe wäre Formel 1-Geschwindigkeit gegen ihn. Einen, auf sein Schiff gefallenen Krümel von seinem Frühstücksmüsli, schaut er erst mal bedächtig an. Man kann sehen, wie er überlegt, was zu tun ist und dann spreizt er den Zeigefinger seiner rechten Hand gaaanz langsam ab, um den Krümel in gefühlten 5 Minuten aufzunehmen und dann wiederum gaaanz langsam über Bord zu befördern. Als er ihm noch mit einer gaanz langsamen Kopfbewegung hinterher schaut, ob der Krümel denn auch das Wasser erreicht hat. Einen Schritt langsamer und er würde zum Standbild mutieren. 

Der hat´s geschafft, denk ich so bei mir.


 

08.10.

Ich war noch nie auf Antipaxos. Und als ich nach nur 4,8 nm in die Bucht dort auf der Westseite einlaufe, bereue ich es, dass ich noch nicht hier war. Einfach nur ein Traum. Meine beiden Mitseglerinnen kriegen die Münder nicht mehr zu, so faszinierend sind die Farben des Wassers. 


 


 


 

Farbenspiel


 


 

Natur – ich hab Respekt vor Dir. So was kannst nur Du. Unser Anker fällt auf 5 Meter Wassertiefe in feinsten Sand. Kurzer Schub nach achtern und das Eisen sitzt bombenfest. Anlegerbierchen, Salzstangen und dann ab ins Wasser. Bestimmt 24 – 25 Grad warm. Endgeil. Die paar Ausflugsboote, die noch dort lagen, verzogen sich gegen 18 Uhr und wir waren fast wieder alleine in einer atemberaubenden Welt. Nur 2 Andere Segler ankerten im nördlichen Teil des Eingangs zur Bucht. Wir aber lagen mit dem Hintern nur etwa 30 Meter vom Strand weg. Herrlich. Meine Blicke können sich auch am nächsten Morgen kaum losreißen, aber ich hab den Wetterbericht fürs Wochenende und der sieht nicht so rosig aus. Also such ich in meinem „Radspieler“ nach nem sicheren Hafen. Zurück nach Gajos? Nee langweilig! Also geht eigentlich nur nach Preveza. Und so wird’s gemacht.

Powerrelaxing mit Martine on the rocks

 

09.10.

Abendlicht

23.7 nm liegen hinter uns, als wir die betonnte Einfahrt in die riesige Bucht, dem Ambrakischen Golf passieren. An die Stadtmauer von Preveza will ich nicht, weil der Ankergrund zu steil abfällt und bei dem angekündigten Starkwind zu gefährlich. Also verholen wir uns in die erste Marina auf der Steuerbordseite der Bucht, der Cleopatra-Werft. Hat sich nicht so gut angehört – Werft. Aber was wir vorfinden ist vom Feinsten. Saubere Sanitärgebäude, Ein Marina-Büro mit freundlichen und hilfsbereiten Mitarbeitern und ein Marina-Restaurant in das wir, weil eben das einzige vor Ort, erst gar nicht rein wollten. Dann aber nach einem Plausch mit einem englischen Segler doch ausprobieren. Und wir werden nicht enttäuscht. Wir haben zu dritt je eine Hauptspeise gegessen, 1 Liter Weißwein, 1 Liter Mineralwasser und 2 Griechische Mokka verzehrt. Und nun kommt die Rechnung: 38 Euro für alles zusammen!!! Ich bin sprachlos. Hätt ich nicht erwartet, weil ich das schon wesentlich anders erlebt habe. Wir zahlen für den Liegeplatz 22 Euro pro Tag, kriegen noch eine Chipkarte für 5 Euro, mit der wir Duschen können und die uns mit Landstrom versorgt. Ich freu mich. Schont die Bordkasse, diese Cleopatra. Sehr zu empfehlen auch zum Überwintern. 1000 Stellplätze an Land, 2 Kräne und Flughafen in 10 Minuten erreichbar. Kosten für einen Jahresliegeplatz: Halb so viel wie in Kroatien oder in Italien. Echt !

 

 10. und 11.10.

Struwwelkopp

Hafentag. Sauwetter, wie man bei uns sagt. Das Geheule in den Masten geht einem am 2. Tag vollkommen auf die Nerven. Wir nehmen ein Taxi und wollen nach Preveza. Durch den Tunnel, unterm Meer durch, hinüber auf die andere Seite. Die Stadt kannst Du vergessen. Dreckig, laut und ungepflegt. Ich frage in die kleine Runde, was wir da drüben jetzt machen wollen. Wir brauchen Tabak und Sabine hat den Wunsch nach Kaffee und Kuchen. Mit geübtem Blick entdeckt sie ein tolles kleines Café am Hafen und wir können uns fast nicht entscheiden, was wir nehmen sollen. Ein Kuchen leckerer als der andere. Es gibnt sogar „Schwarzwälder Kirsch“ Also nehmen wir mal jeder zwei Stücke. Hhhmmm.. gut für Skippers Seele. Nicht gut für Skippers Figur. Songül tanzt durch den Regen – wie man sich so freuen kann.

wie Feuer am Himmel

 

12.10.

Wir müssen wieder zurück. Aber es bläst noch ordentlich aus Nordwest (die Richtung wo wir eigentlich hin müssen) und eine unangenehme Welle aus zwei unterschiedlichen Richtungen. Kreuzseen. Für mich nicht weiter schlimm, aber Sabine ist trotz Pflaster nicht so gut drauf. Anscheinend war das Essen von gestern aber doch so gut, dass sie es nicht wieder hergeben will und so übersteht sie die Überfahrt von 18 Meilen ohne zu Spucken. Songül hingegen ist hart im Nehmen. Die hat so viel Spaß mit Wind und Wellen, dass sie das Grinsen gar nicht mehr aus den Backen kriegt. Krasse Frau. Immer Verlass auf Sie, in jeder Situation. Und wenn ich sie nicht bremsen würde, wär sie schon aufem Vorschiff und würde den Eiertanz auf dem Bugspriet mitmachen wollen. Aber das ist zu gefährlich.

Segel stehen gut. Ich hab´s überprüft...

Die Suche nach einer geeigneten Übernachtungsmöglichkeit entpuppt sich zunehmend als schwierig.  Ich will Sabine auch nicht überstrapazieren, dass ihr nicht doch noch das Essen aus dem Gesicht fällt. Also schau ich auf der Karte nach Möglichkeiten. Ligia, der einzige einigermaßen befestigte Hafen fällt aus. Zu gefährlich bei dem Seegang zwischen den Felsen durch zu fahren. In der Seekarte ist 5 Meilen weiter noch ne Bucht. Wir rein. Super windgeschützt gegen den Nordwest. Absolut ruhiges Wasser, glasklar, feiner Kiesboden mit Seegrasflecken, soweit ich das abschätzen kann. Und das Eisen fällt auf 5 Meter Wassertiefe… 1 Mal, 2 Mal, 3 Mal… aber es ist nix zu machen. Der Anker hält nicht. Im Radspieler steht die „two rock bay“ direkt um die Ecke. Wir also hin und so nah an den Strand ran, wie es die Tiefe zulässt. Anker rein, Rückwärtsgang, kurzer Ruck und hält. Nicht gut, denk ich – Felsen. Fahre vorsichtig kleine Kreise um den Anker, um zu testen was passiert, aber er hält gut. Ich geb etwas mehr Kette, um das ständige Einrucken zu reduzieren und wir bleiben hier. Schlafen kann ich nicht ruhig, weil das ständige Gezerre an der Kette nervt. 2 Mal bin ich nachts raus um nachzusehen. Alles gut.

  

  

 13.10.

Morgens Anker auf… ?? Ich hab’s befürchtet. Erst nach dem 2. Versuch kriege ich die Kettenglieder aus der Felsritze gezogen. Puhh, das war knapp. Sonst hätt ich den Anker hier lassen müssen. ;-)

Strandspaziergang

Hab meiner Crew einen kurzen Segeltag als Entschädigung für gestern versprochen und so segeln wir ein paar Meilen raus, um in die übernächste Bucht des Städtchens Fanari zu kommen. Das Wasser vom mündenden Fluss etwas milchig grün, aber herrlich sauber und die Bucht erste Klasse. Wir sind ganz alleine in dem riesigen von Felsen umgebenen Rondell. Wir müssen Proviant kaufen und haben noch nichts gefrühstückt. Dinghi klar, Paddel dran und rüber geht´s an Land. Alles zu! Saison vorbei! Nein nicht alles. Ein Grieche sieht uns wohl an Land paddeln und macht doch tatsächlich an seiner Strandbar die Rollläden hoch und die Musik so laut, dass wir gar nicht vorbeilaufen können. Wir werden mit einer traumhaften Aussicht von seiner Terrasse aus belohnt, einem herrlich frischen Cappuccino und leckeren Käse-Schinken-Toasts.  So schön kann das Leben sein. Ein sehr freundlicher Typ übrigens. (Baywatch-Bar). Nachmittags nochmal ne Runde Spaziergang durchs Ort und am menschenleeren Strand entlang. Hier muss ich auch noch mal hin, denk ich. Ein kleiner Supermarkt hat auf und wir gehen etwas Proviant nachkaufen. Preiswert, gute Produkte, aber nicht allzu viel Auswahl. Na macht nix. Am nächsten Morgen holen wir noch ne Packung Toast, mangels frischem Brot. Aber auch das geht mal. Alle sind glücklich…

wir sind die einzigen

 

14.10.

Ankerfeld vor Lakka

Auf dem Weg Richtung Korfu suchen wir im „Radspieler“ nach einem Zwischenstopp für die vorletzte Nacht. Erst war Langos auf der Insel Paxos im Gespräch, weil da aber letztes Jahr mein Anker nicht so fest saß, haben wir uns letztendlich für Lakka entschieden. Das war die beste Entscheidung des ganzen Törns. Die Bucht – ein Traum von klarem Wasser. Zum Baden einladend, trotz der ca. 20 ankernden Yachten darin. Platz ist genug da und hat ja schließlich jeder nen Grauwassertank, den er auch benutzt. Hoffe ich zumindest. Aber alles ist gut. Wir schwimmen ne Runde ums Schiff, kühlen unsere Gemüter ein wenig ab und entspannen den restlichen Nachmittag bei Sonnenschein an Deck und genießen die gefühlten 28 Grad Lufttemperatur. Dann noch schnell duschen an Bord und auf in die Stadt. Außenborder ans Dinghi, denn das ist zum Paddeln zu weit, und wir haben Spaß wie die Kleinkinder bei der Überfahrt.  Beim Rundgang durch den Ort entdecken wir unzählige kleine Lokale, eines schöner, als das andere und wir können uns kaum entscheiden. Wir finden einen reich sortierten kleinen Lebensmittelladen, und meine Ladys haben Spaß beim Shoppen. Nach dem Abendessen laufen wir durch die engen Gassen und der Spaziergang endet an der Kaimauer. Da war doch vorhin eine Bar, in der ein Paar Leute draußen saßen. Ja da ist sie. Die „Romantic-Bar“. Wir gehen rein und wollen uns nen Caipi als Absacker gönnen. Eine alte freundliche Wirtin mischt uns ein Getränk, das es in sich hat. Da würden wir zu Hause mindestens 8 Euro hinlegen. Sehr lecker… und vitaminreich durch die Limetten. Wir sind zu dem Zeitpunkt die einzigen Gäste. Die Musik wird nach einer halben Stunde besser und etwas lauter und nach einer weiteren halben Stunde ist die Bude brechend voll. Engländer, Holländer, Franzosen, Griechen und wir mitten drin. Abgefahrene Stimmung. Die Leute tanzen und es werden von den Engländern Getränke konsumiert mit 70%igem brennenden Rum. Das wär was für den deutschen Brandschutz. Die dicken Köppe der Typen möchte ich morgen nicht haben. Gegen 00.30 Uhr machen wir uns auf dem Heimweg. Eindrücke eines schönen Abends im Gedächtnis.

Schattige Plätze


 

15.10.

Am Morgen, verlässt eine Yacht nach der anderen die Bucht. Zum Schluss bleiben wir mit 3-4 anderen Booten zurück. Wir entscheiden uns mit dem Dinghi zum Frühstücken zu fahren, da wir eh noch etwas Proviant brauchen und ein paar Souvenirs besorgen wollen. Wir kaufen feinstes Olivenöl auf Empfehlung des Ladenbesitzers und erstehen einen Ring für meine Süße zu Hause. 

und läuft, und läuft, und läuft...


 

Der freundliche Grieche in dem Schmuckladen steht am Werktisch und schleift und poliert handgefertigten Schmuck. Sehr schöne und geschmackvolle Stücke sind dabei. Er bietet mir an, sollte der Ring nicht passen, ihn zurück zu schicken und er würde ihn anpassen und wieder nach Deutschland versenden – ohne Mehrkosten. Ich bin begeistert, also kaufe ich. Mein Augenmaß hat mich jedoch nicht im Stich gelassen und das Mitbringsel kommt sehr gut an – und passt.

frische Waren

Gegen Mittag laufen wir aus der traumhaft schönen Bucht aus mit dem Ziel Sivota. Einem letzten Zwischenstopp, bevor es morgen zurück zum Heimathafen unserer Oceanis geht. Guter Segelwind und wenig Welle lässt uns sanft dahin gleiten und gegen 17 Uhr erreichen wir das Tagesziel. 3 Yachten liegen schon in der kleinen Bucht. Ein Deutscher mit einer 50er Bavaria liegt nicht allzu weit entfernt. Männercrew. Und meine Mädels haben ordentlich was zu gucken. Gegen Abend sind wir wieder alleine und verholen uns auf einen etwas geschützteren Winkel in der Bucht, näher am Ufer, auf 5 Meter Wassertiefe fällt das Eisen in feinsten Sand. Einfahren, hält, fertig. Ein entspannter Abend und eine ruhige Nacht stehen uns bevor. Ein Schwarm Dohlen vertreibt sich die Langeweile mit Mastspitzenhocken. Natürlich auch auf unserem Verklicker, was ich gar nicht gerne habe. Ich schlage mit der Hand ein paar Mal gegen das Achterstag, um die Vögel zu vertreiben, aber sie kommen immer wieder, sodass ich aufgebe. Sollen sie doch machen was sie wollen. Gut dass unser Bimini recht groß ist und die gesamte Pflicht überdeckt. Haben Vögel doch keinen Schließmuskel, wie mir ein befreundeter Urologe mal erzählt hat. Okay! Aber nix ist passiert. Bei Einbruch der Dunkelheit haben sich die Rabenvögel wieder verzogen. Für morgen ist Regen angesagt. Mal sehen.

 

16.10.

Energiesparlampe ;-)

Nach ausgiebigem Frühstück machen wir uns gegen 11 Uhr auf die Socken. Dunkle Wolken kündigen kein gutes Wetter an, aber wir haben ja Ölzeug dabei. Kaum den Anker aus dem Grund gezogen, fängt es an zu regnen. Letzter Tag. Heute geht es zurück nach Gouvia. Erst haben wir kaum Wind, dann ca. 10 – 12 Knoten direkt von hinten und wir entscheiden uns nur mit dem Vorsegel vorm Wind zu segeln. Läuft gut – wir machen 5 Knoten Fahrt über Grund. Ein paar andere Heimkehrer überholen uns, fahren mit Maschine an uns vorbei. Es regnet jetzt wie aus Eimern und der Wind nimmt stetig zu. Bei weit über 30 Knoten kann ich das Schiff wegen der von hinten anlaufenden Welle nicht mehr vernünftig steuern. Ein Blick auf die Logge zeigt knappe 10 Knoten Fahrt. Aha. Rumpfgeschwindigkeit überschritten. Ich will das Vorsegel verkleinern lassen, aber der Druck auf das Vorstag ist derart hoch, dass wir uns entscheiden das Segel ganz weg zu nehmen. Wollen wir doch das Schiff mit stehendem Mast wieder abgeben.

  

Es ist 15.00 Uhr, als wir an der Tankstelle festmachen, der Wind hat nachgelassen und der Regen macht gerade mal ne Pause. Wir tanken ca. 40 Liter Diesel und geben dem Tankwart den Gutschein, den wir von Moorings erhalten habe. Zahlen nix. Die Rechnung geht an den Vercharterer. Coole Sache. Hab ich so noch nicht erlebt. Johnny, unser Charter-Guy steht schon am Steg und erwartet uns. Wir machen den Aus-Check, der nur etwa 10 Minuten dauert. Alles okay. Ich bekomme meine Unterschrift zurück, die ich für Kaution geleistete habe und wir packen unsere sieben Sachen. 14 Tage traumhafter Segelurlaub geht für meine beiden Mitseglerinnen zu Ende - und für mich auch. Zwischen meinen Mädels hat sich eine richtige Freundschaft gebildet und auch ich habe zwei neue Freunde hinzu gewonnen. Beide waren das erste Mal auf einer Segelyacht, haben Ihre Aufgaben hervorragend gemeistert und beide haben angekündigt, wieder mal mit mir segeln zu wollen. Na wenn das nix ist.

Den letzten Abend verbringen wir auf dem Schiff, essen den restlichen Nudelauflauf von gestern und trinken – Wasser. Ohjemineh… wir sitzen auf dem Trockenen. Kein Tropfen Alkohol mehr an Bord. Das ist mir ja noch nie passiert. Irgendwie ist der Weg zum Supermarkt schon sehr weit. Und außerdem ist es schon spät. Wir überlegen hin und her und kommen zu dem Schluss, dass dieser Segeltörn nicht mit Wasser enden darf. Songül geht nochmal einkaufen. Die braucht eh Bewegung. Nach ner dreiviertel Stunde kommt sie zurück und hat doch tatsächlich außerhalb der Marina einen freundlichen Marktbesitzer gefunden, der gerade eben abschließen wollte und dann doch noch mal die Ladentüre für uns aufgemacht hat. 1,5 Liter Pet-Flasche mit Weißwein aus dem Fass aufgefüllt. Für sagenhafte 2,30 Euro. Den Markt muss ich mir für den nächsten Korfu-Törn merken.

Taxi für morgen früh ist bestellt, kommt um 06.00 Uhr, dann zum Flughafen und ab geht´s wieder in die Heimat.

 

Fazit dieser Reise: Sehr freundliche Einheimische, die sich sichtlich über jeden Gast freuen, wir sind als deutsche überall willkommen, werden teilweise auf Deutsch angesprochen und gefragt wo wir her kommen. Die meisten Lebensmittelläden sind sehr gut sortiert, abseits der üblichen Touristenströme auch preiswert, trotz der griechischen Mehrwertsteuererhöhung auf 23 %. In den Restaurants freundliche Bedienung, humane Preise und in den Häfen bis auf die Cleopatra-Marina keine Hafengebühren. Ich habe den Eindruck, dass es sogar besser war als letztes Jahr. Zum Schluss kann ich nur noch sagen: Im nächsten Jahr komme ich wieder. efcharisto  ihr Griechen. Ευχαριστούμε Έλληνες

© Michael Kempf www.segelzeiten.de

jamas, cherete

   

 

 

 

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